Ein Mann und ein Kind stehen auf einem Hügel im Freien.

Respekt fängt bei uns selbst an

von André Schell
© iStock/ImagineGolf
Respekt kommt vom lateinischen respicere und bedeutet zurückblicken, noch einmal hinschauen, berücksichtigen.
Vom 26.02.2026

Ursprünglich war damit eher sowas wie bewusst innehalten und jemanden oder etwas aufmerksam betrachten gemeint. Nicht vorschnell zu urteilen wäre ein Ausdruck der ursprünglichen Bedeutung. Über das lateinische respectus bekam das Wort später die Bedeutung von Achtung, Wertschätzung und Anerkennung. Eine moderne Interpretation ist: „Ich sehe dich – und nehme dich ernst.”

Respekt drückt sich aber nicht nur über das Verhalten aus, sondern auch in der Art der Kommunikation. Das ist mir vor allem durch eine Geschichte bewusst geworden, die ich in meiner Rhetorik-Ausbildung bei René Borbonus kennengelernt habe.

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Es ist Abend. Die Kinder sind gerade ins Bett gegangen. Der Vater putzt sich im Bad die Zähne und prüft nebenbei mit den Fingern die Zahnbürste seines Sohnes. Dabei stellt er fest, dass sie trocken ist. „Julius, hast du deine Zähne geputzt?”.

Diese Frage ist respektlos, denn der Vater weiß doch bereits, dass der Sohn die Zähne nicht geputzt hat. Der kleine Julius ist durch die Frage des Vaters nun in eine missliche Lage geraten. Soll er „ja” sagen und damit lügen oder soll er „nein” sagen und damit zugeben, sich nicht an die Vereinbarung gehalten zu haben, dass vor dem Schlafengehen die Zähne zu putzen sind? Respektvoll wäre es gewesen, wenn der Vater den Sohn einfach nur aufgefordert hätte, noch einmal aufzustehen und sich die Zähne zu putzen.

Respekt drückt sich in so vielfältiger Weise aus – Respektlosigkeit natürlich auch. Die weit verbreitete gefühlige Kommunikation halte ich für respektlos. „Mit deiner Entscheidung geht es mir gar nicht gut” ist ein Beispiel für gefühlige Kommunikation.

Oftmals lernen wir diese Art der Kommunikation bereits im Kindesalter kennen: „Das macht Papa aber traurig, wenn du das machst”. Für uns bei Windmann ist Respekt ein hoher Wert. Er drückt sich wie folgt aus: „Wir kommunizieren vorwurfsfrei, bewerten, aber entwerten nicht.” Gelingt es uns immer, respektvoll zu sein? Sicherlich nicht. Aber wir wählen immer wieder neu, respektvoll mit anderen Menschen umzugehen.

Ich glaube, dass der respektvolle Umgang miteinander der Schlüssel zu mehr Verständnis füreinander ist – und damit zu mehr Verbundenheit.

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Autor:
André Schell
Geschäftsführung
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Respekt fängt bei uns selbst an