
Stress macht wach
Das, was wir in unserer Gesellschaft gemeinhin eher negativ bewerten, weil es uns vermeintlich krank macht, ist in Wirklichkeit eine große Gabe. Stress ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung. Stress macht uns wach, befähigt uns zur Anpassung an die Situation – überlebenswichtig bei der Begegnung mit einem Säbelzahntiger.
Wir verbinden heute Stress häufig mit unserem Arbeitsleben, mit dem, was im Job auf uns einprasselt. Das ist aber nur ein Teil des Problems. Wie wäre es sonst zu erklären, dass von der starken Zunahme psychischer Erkrankungen auch Menschen betroffen sind, die gar nicht in klassischen Beschäftigungsverhältnissen sind? Und woher kommt es, dass es auch viele Menschen gibt, die sehr viel Zeit in die Arbeit investieren, diese Workaholics aber nicht im Burnout landen?
Der Unterschied zwischen einem Workaholic und einem Menschen, der durch seine Arbeit psychische Probleme bekommt, liegt nicht in der Menge der Arbeit, sondern in der Bewertung darüber. Burnout gefährdete Menschen bewerten ihre Arbeit als nicht ausreichend, als nicht gut genug.
Mehr denn je geht es heute um Achtsamkeit. Ist man erst einmal psychisch erkrankt, wird es ein langer Weg zurück in ein Leben ohne Schwermut, Schmerz und Angst.
Das Gute: Die Lösung liegt in uns selbst. Wir finden den Schlüssel zu einem glücklichen und erfüllten Leben in unserem System aus innersten Überzeugungen, Glaubenssätzen, Rollenbildern und Etiketten, die wir uns selbst aufgeklebt haben, auch geprägt durch die Gesellschaft, in der wir leben.
Erschaffe dir Momente, in denen du deinen Gedanken freien Lauf lassen kannst. Das ist der erste Schritt hin zu einem Bewusstsein darüber, was dir wirklich wichtig ist – der erste Schritt in deine Neuausrichtung. Erschaffe dir deinen ganz persönlichen Wertekompass und lasse die Dinge sein, die nicht (mehr) dazu passen.
In einem Seminar habe ich folgenden Satz gelernt: „Ein gelungenes Leben ist Umrahmungskunst – dessen, was dir wirklich wichtig ist.”

"Der Weg zu allem Großen geht durch die Stille."
- Friedrich Nietzsche
