Ein Mann in Kleidung hält einen Stock.

Wir haben das Kämpfen verlernt

von André Schell
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Die Welt scheint Kopf zu stehen – zumindest, wenn man den Medien folgt. Kriege, Hitzewelle, Waldbrände, Anschläge von Extremisten, hohe Energiepreise, Kürzungen von Sozialleistungen. Habe ich etwas vergessen? Bestimmt! Und wie gehen wir damit um?
Vom 17.09.2026

Wir Menschen haben grundsätzlich nur drei Möglichkeiten, wie wir auf bedrohliche Ereignisse reagieren können: kämpfen, fliehen oder verharren. Diese Wahl treffen wir in Bruchteilen von Sekunden und wird durch unser Unterbewusstsein gesteuert. Nicht jedes Ereignis erfordert eine sofortige Reaktion. Manche Ereignisse kündigen sich über einen längeren Zeitraum an. Dann können wir in Ruhe unsere bewusste Wahl treffen.

Es scheint, als hätten wir in Deutschland kollektiv das Verharren gewählt. Okay – manche flüchten auch. Menschen wandern aus, Unternehmen verlagern ihre Betriebsstätten oder ihren Firmensitz ins Ausland. Ich kritisiere das nicht. Diese Wahl trifft jeder für sich, auch Entscheiderinnen und Entscheider in Unternehmen.

Mir ganz persönlich stehen auch diese drei Möglichkeiten frei. Aber gilt das auch für Windmann, für unser Unternehmen? Ich würde sagen: Nein. Dazu sind wir viel zu sehr verbunden mit unserer Region. Das, was wir hier tun, machen andere in anderen Regionen auch schon, sowohl in unserem Land als auch im Ausland. Unser Markt ist hier, nicht in Bayern oder Rumänien.

Also bleiben nur noch zwei Wahlmöglichkeiten für unser Unternehmen: verharren oder kämpfen.

Es ist nur allzu menschlich, den Kopf einzuziehen und es gerne wieder so haben zu wollen, wie es einmal war. Dahinter steckt der Wunsch nach Sicherheit – verbunden mit der Illusion von Kontrolle. Wenn nur alles wieder so wird wie früher, kann ich die Zukunft besser vorhersagen, die Entwicklung kontrollieren – erzählt uns unser Verstand. Auch wenn diese Botschaft in der Politik gerade für Wählerstimmen sorgt, ist sie unrealistisch. Kennst du Beispiele dafür, dass es durch ein Zurück wieder so wurde wie früher? Ich nicht!

Wir haben verlernt zu kämpfen. Nein, das ist kein Statement für die Wehrpflicht oder eine Zustimmung zur Kriegsrhetorik von Politik und Medien. Kämpfen ist nicht gleichbedeutend mit Gewalt. Vielmehr geht es darum, wieder ins Handeln zu kommen, für das, wovon man überzeugt ist, loszugehen. Unsere dauerhafte Schockstarre vermittelt uns das Gefühl von Machtlosigkeit. Durch unser Handeln machen wir die Erfahrung von Selbstwirksamkeit – ein funktionaler Weg aus der Angst.

Wir bei Windmann haben unsere Wahl getroffen.

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"Das Lamentieren über bereits Geschehenes ist die Ablenkung davon, nicht handeln zu wollen."

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Autor:
André Schell
Geschäftsführung
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Wir haben das Kämpfen verlernt